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Der Weihnachtswal

Es passiert in jedem Jahr. Manchmal sind es einzelne – oft sind es viele: Wale, die auf irgendwelche Strände dieser Welt schwimmen. Wenn ihnen nicht schnell geholfen wird, ersticken sie an ihrem eigenen Körpergewicht. Häufig sind schnell Helfer zur Stelle. Doch wie kann man ein mehrere Tonnen schweres Tier wieder ins Wasser bewegen? Die Helfer arbeiten oft bis zur Erschöpfung. Was kann man tun, damit das nicht immer wieder geschieht? Schilder im Meer aufstellen mit der Aufschrift »Achtung Strand! Lebensgefahr! « wird nichts bringen. Wal müsste man sein. Raus schwimmen und sie warnen.

Ein blöder Gedanke? Aber vielleicht der einzige der hilft. Was wäre, wenn es funktioniert und der Mensch zum Wal würde? Eine gefährliche Sache, denn schließlich gibt es auch noch die Walfänger, die auch vor mutierten Tierschützern nicht Halt machen. Doch was wäre, wenn du dich auf das Wagnis einlässt, zum Wal würdest und zu den Walen raus schwimmst? Erst mal in der Walherde durchfragen, wo das Leittier ist. Vorne angekommen würdest du dem Leitwal sagen, dass sein Orientierungssinn durcheinander gekommen ist. Doch der Typ ignoriert dich einfach. Du lässt nicht locker und erzählst ihm warum er nicht mehr richtig tickt. Doch dein Gerede von Krankheiten, Magnetfeldern, Strömungen, Schiffen und U-Booten lässt ihn kalt. Er schwimmt immer weiter – Richtung Strand. Als du ihm immer energischer erzählst, dass er umkehren soll, erschallt auf einmal ein langer tiefer Ton auf walisch. Der Leitwal hat genug von dir. Er und die anderen Wale drängen dich aus der Herde. Mit dir wollen sie nichts zu tun haben. Dein Gerede über ihren schlechten Orientierungssinn geht ihnen auf den Geist. Schließlich sind sie noch nie in ihrem Leben tot am Strand verendet. Sie haben keine Ahnung von dem, was du ihnen erzählst. Sie wissen nicht, welche Gefahr der Strand für sie darstellt. Deswegen ignorieren sie dich – den Weihnachtswal.

Weihnachten ist ganz ähnlich wie diese Geschichte. Mit einem Unterschied: Ich bin der festen Überzeugung, dass die Weihnachtsgeschichte der Bibel wahr ist. Gott dachte sich: »Mensch müsste man sein. Auf die Erde kommen und die Menschen warnen. « Genau das hat Gott gemacht. Eine gefährliche Mission. Kannst du dir vorstellen wie hoch die Kindersterblichkeit damals war? Vor allem dann, wenn ein verrückt gewordener Herrscher auf die Idee kommt alle neugeborenen Jungs in einer Region umbringen zu lassen.

Doch Gott ging das Risiko ein und wurde Mensch. Jesus, Gottes Sohn, wurde geboren. Einige Jahre später erzählt Jesus im Gespräch mit (einem Leitwal namens) Nikodemus, den Grund dafür: Gott liebt die Menschen auf dieser Welt so krass, dass er Jesus zu uns sandte. Doch damals wie heute hören die Menschen nicht richtig hin, denn das alles klingt oft so neu, unwirklich und ungewohnt. Die meisten Menschen ignorieren Jesus deshalb und schwimmen einfach immer weiter. Die große Chance liegt darin, genau hinzuhören und Jesus zu vertrauen. Weihnachten heißt nicht nur den Geburtstag von Jesus zu feiern. Jesus ist nicht nur mal so aus Spaß Mensch geworden. Jesus wurde Mensch, weil er dich liebt und sich wünscht, dass du ihm zuhörst und dich auf ihn einlässt. Das ist Weihnachten.

zuerst erschienen im ich hab`sKalenderprojekt (geschrieben von Rainer Baum)

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